Heimat- und Geschichtsverein

Berga/Elster

Die Eiche   –   seit gefühlten Ewigkeiten unser Wappenbaum – ihr Leben scheint sich dem Ende zu nähern.

Immer wieder haben wir in den letzten Jahren die besorgten Blicke von Sachverständigen beobachten können, die unseren Baumriesen unter Zuhilfenahme von ausgeklügelter Technik auf seine Standfestigkeit untersuchten. Immer wieder musste der Baum Äste lassen – sein Gleichgewicht sollte erhalten werden.  Und immer wieder haben wir eiche-1versucht, uns und dem Baum Mut zu machen. Es wird schon nicht so schlimm sein. Es gibt Beispiele, wo längst Totgesagte noch immer leben. Auf der Höhe von Großdraxdorf, mitten im Feld. In Nöbdenitz – dort hat man die Straße im Bogen an dem verbliebenen Fragment einer Eiche vorbeigeführt.  Warum soll ausgerechnet unsre Eiche weichen. 500 Jahre hat sie allen Unbilden getrotzt. Heute sagen die Fachleute es seien 300 – 350 Jahre gewesen. Was spielt das für eine Rolle. Sie gehört zu unserem Ort,  sie ist in unserem WAPPEN verewigt!

Und nun erfahren wir durch die Presse, dass es unserem Baum ans Leben gehen soll. Drei bis fünf Jahre hat der Sachverständige im letzten Jahr prognostiziert. Und nun sind die drei bis fünf Jahre bereits nach einem Jahr um! Und es hat den Anschein, als sollten wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden, denn es war der Freund Zufall, der uns auf das Vorhaben aufmerksam machte. Einige Mitglieder unseres Vereins hatten um einen Termin bei der für Naturdenkmale zuständigen Behörde des Landkreises gebeten. Dort wurde ihnen bestätigt, dass für den 17. Dezember der Termin für die Fällung der Bergaer Eiche anberaumt wurde. Große Aufregung – auch beim Bergaer Stadtrat, der bis Dato keine offizielle Information dazu bekommen hatte.

Weit gehen die Meinungen auseinander. Heftig ist die Diskussion, aber es wird ein Kompromiss gefunden: Der Baum wird nicht ebenerdig gefällt, sondern in ca. 1,5 m Höhe. Der eiche-2verbleibende Stammrest soll im Zentrum ausgekoffert und mit einer jungen Eiche bepflanzt werden. Es soll dies ein gängiges Verfahren sein. Nun – wir müssen es glauben.

Wohlgemerkt – wir verstehen die Probleme mit der Statik und wir sehen die Gefahr, die von dem Baum an diesem brisanten Standort ausgehen kann.  Aber wir hatten gehofft und darum gekämpft, dass der Baum als Torso erhalten bleibt. So hätte er vielleicht eine Überlebenschance gehabt. Die wird ihm mit der o.g. Methode wohl genommen.

Der Mitteldeutsche Rundfunk ist auf unser Problem aufmerksam geworden. Am Dienstag, 11.12.12 wird ein Fernsehteam in Berga sein, um über unseren Protest gegen die Fällung der Bergaer Eiche zu berichten. Sie wollen auch die eigentliche Fällung am 17.12. mit der Kamera begleiten. Traurig aber wahr – so verhilft uns  unser Wappenbaum mit seinem Sterben zu überregionaler Aufmerksamkeit.

Wünschen wir uns, dass aus dem Holz unseres Wahrzeichens etwas Sinnvolles entstehen kann und wünschen wir dem jungen Baum ein langes Leben!